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Erster Patient aus der Betreuung von „ unsere Brücke“ entlassen.

eine lange Krankengeschichte, viele Monate in verschiedenen Kliniken, zuletzt 4 Wochen in der Kreisklinik Ochsenhausen,  war Anlass im Januar  zu sagen, hier muss die Brücke beginnen.

Der Förderverein „ unsere Brücke“ hat sich zum Ziel gesetzt Patienten, (d.h. akut oder chronisch Kranke – nicht Sterbende wie beim Hospiz) eine Brücke zwischen Krankenhaus nach Hause zu  bauen. Dabei sollen erfahrene Krankenschwestern die nach Möglichkeit den Patienten im Krankenhaus betreuten auch zu Hause besuchen und gemeinsam mit dem Hausarzt die Behandlung überwachen und den Patienten und die Angehörigen unterstützen.

Die erfahrene Krankenschwester und stellvertretende Pflegedienstleitung  Frau Christina Exner wollte diese Patientin selbst betreuen, um dabei weitere Erfahrungen für „unsere Brücke“ zu gewinnen. Bereits während ihrer Betreuung in der Klinik hat sie den Verlauf der Krankheit zusammen mit der zuständigen Oberärztin im Auge und  vernetzte bereits von der Klinik in Zusammenarbeit mit dem Sozialarbeiter Eggert Raab die nachfolgend betreuende Sozialstation und informierte den Hausarzt.
Wenn Patienten nach langem Krankenhausaufenthalt entlassen werden, begleiten diesen sehnlichen Wunsch nach Hause zu gehen häufig Ängste und  offenen Fragen. Wie wird es zuhause gehen. So war es auch bei unserer ersten Brückenpatientin und ihrem Ehemann.
Schon in der Klinik verabredete die Krankenschwester Christina Exner erste Termine für Besuche. Es sollten Besuche sein bei denen Patient und Angehörige Gelegenheit haben in Ruhe die veränderte Situation zu besprechen, mögliche Probleme und auch die positiven Aspekte mitzuteilen und bei Bedarf neue Perspektiven gemeinsam zu entwickeln. So war beispielsweise bei der Patientin eine zunehmende Mobilität durch die Möglichkeit geschaffen mit Toilettenerhöhung wieder mit Begleitung zur Toilette zu gehen. Manchmal sind es die ganz kleinen Dinge, wie die Fragen, wie können sie Schlafen und das genaue Erfassen  und das gemeinsame Suchen nach Gründen für die Schlaflosigkeit.
Einmal in der Woche besuchte Christina Exner die erste Brückenpflegepatientin nach Verabreden der Besuchszeit. Die Besuche können je nach Situation auch häufiger erfolgen. Bei Bedarf hätte sich der Ehemann auch dierekt an die Kreisklinik Ochsenhausen wenden können.

Christina Exner zieht nach der ersten Betreuung eine erste Bilanz, sie sagt es ist eine tolle Aufgabe, es war einfach auch sehr schön die Patientin erst im Krankenhaus  zu sehen und den Pflegeprozess nachhause weiter zu verfolgen und bei Veränderungen einzugreifen. Auch die Patientin und ihr Ehemann sind sehr zufrieden, dass jemand vom Krankenhaus kam der alle Höhen und Tiefen des Behandlungsprozess kannte.

Die Liegezeit in der Medizinischen Klinik hat sich in den letzten 25 Jahren von ca 25 Tagen auf knapp 9 Tage reduziert und wird sich, wenn das Fallpauschalensystem (DRG) voll wirksam sein wird noch weiter reduzieren. Dies bedeutet, dass während des stationären Aufenthalts nur noch die Diagnostik durchgeführt wird und mit der Therapie begonnen wird. Vor allem auf Kosten der Patienten wird gespart werden. Dies waren die Überlegungen für die Gründung „unserer Brücke“. Diese Einrichtung darf nicht mit dem Hospiz der Diakonie und Caritas verwechselt werden. „Unsere Brücke“ hilft akuten und chronischen Kranken daheim in Zusammenarbeit mit den Hausärzten wieder zurecht zu kommen.

Obwohl die Vorteile auf der Hand liegen, sollte die Verbesserung der Betreuung auch kritisch überprüft werden, um Politik und Krankenkassen Fakten zur Verfügung zu stellen. Hierzu fanden Vorgespräche zwischen  dem  Vorsitzenden Prof. Dr.  Heni, vormals Chefarzt der Medizinischen Klinik, und Professor Brandenburg Pflegewissenschaftler von der Katholischen Fachhochschule in Freiburg statt. Es ist angedacht Studierende der Fachhochschule für das wissenschaftliche Forschungsprojekt einzubeziehen.

Mögliche Forschungsfragen könnten sein:

• Wie erleben Pflegende Angehörige  und Angehörige die Brücke?
• Waren Verbesserungen im Krankheitsverlauf erkennbar?
• Welche Inhalte der Pflege konnten und können dazu führen pflegerische Komplikationen z. B Bettlägerigkeit  (vgl. Bartholomycik, 2006) verhindern
• Wie erleben Pflegende ihr professionelles Berufsfeld  mit den unterschiedlichen Akteuren
• Welche Kompetenzen brauchen Pflegende?
• Welche ökonomische Ressourcen werden  dabei gewonnen  (Verhinderung der Wiedereinweisung, Marketingeffekt )
Text:
• Helene Maucher Dipl.Pflegewirtin (FH)
• Prof. Norbert Heni